Orientierungszeit

als Selbst- und Gemeinschaftsfindung


Wer kann sich für eine Orientierungszeit entscheiden?

  • Wer einen individuell auf ihn abgestimmten Erfahrungs- und Studiengang absolvieren will.
  • Wer mit anderen Menschen soziale und gemeinschaftsbildende Erfahrungen sucht und existentielle Fragen hat, die das Zusammenleben und -arbeiten betreffen.
  • Wer bereit ist, mit Seelenpflege-bedürftigen Menschen Umgang zu pflegen.
  • Wer den Impuls des Gemeinschaftslebens versteht und praktizieren möchte, beseelt von dem gegenseitigen Hilfeleisten der menschlichen Kräfte untereinander.
  • Wer sich in das Zusammenleben hineingib, wie es in der Gemeinschaft auf der Grundlage der Anthroposophie geschieht (Gebet vor den Mahlzeiten, Morgenkreis, Abendabschluss, künstlerische Stunden, Feiern der christlichen Jahresfeste).
  • Wer sich voll integriert in die Erfüllung der anfallenden Aufgaben (Mitarbeit bei Glomer.com / Doc24.ch, Geländepflege, Renovationsarbeiten, Hauswirtschaft, Begleitung von Menschen).
  • Wer bis zu einem gewissen Grade in sich gefestigt und sozial belastbar ist; Mindestalter: 18 Jahre.
  • Wer für die Dauer der Orientierungszeit seine finanziellen Bedürfnisse und Verpflichtungen (z.B. Krankenkasse) selber aufbringen kann. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (400 EUR) können teilweise oder ganz durch den Beitrag in der Mitarbeit aufgebracht werden, auf Vereinbarung.

 

Was ist das Ziel einer Orientierungszeit?

Der Orientierungsuchende gewinnt Klarheit bezüglich seines nächsten Lebensschrittes und Berufsweges: z.B. Beginn einer Ausbildung. Er lernt die sozialen Formen in der Lebensgemeinschaft kennen und praktizieren. Er kann Erfahrungen machen im konkreten Zusammenleben mit Betreuten. In der Lebenspraxis und durch Studium kann der Orientierungssuchende das anthroposophische Welt- und Menschenbild kennenlernen und vertiefen. Teil der Lebenspraxis ist ein gesunder Lebensrhythmus und einen bewussten Umgang mit Arbeit und Freizeit.

 

Warum eine Erfahrung in einer Gemeinschaft?

Diese Orientierungszeit wird aus der Überzeugung angeboten, dass in einem Gemeinschaftszusammenhang, besonders wenn zu betreuende Menschen dazugehören, Fähigkeiten und Haltungen erworben werden können, die sowohl für eine berufliche Tätigkeit wie auch für die persönliche Lebensgestaltung förderlich sind.

Eine grundlegende Fähigkeit ist für uns Vertrauen, das es in verschiedener Hinsicht zu entwickeln gilt: als Vertrauen in Ideen, in die uns umgebende gegenständliche Welt und vor allem als Vertrauen in uns selbst und in die Menschen, die mit uns leben und arbeiten.

Weitere wesentliche Eigenschaften, die das Leben von uns Menschen fordert:
Verantwortungsbewusstsein, die Fähigkeit, sich selber zu motivieren, logisches Denken und planvolles Arbeiten, Konzentrationsfähigkeit. Die Begegnung mit Menschen, die darauf angewiesen sind, dass andere die Verantwortung für sie übernehmen, kann ein prägendes Erlebnis werden. Diese zu betreuenden Menschen helfen auf oft ungeahnte und gleichsam verborgene Weise, die obengenannten Fähigkeiten zu entwickeln.

 

Wo werden Orientierungsmöglichkeiten angeboten?

An den Orten der Lebensgemeinschaft:
 

Der Freiheithof liegt in der Nähe des Bodensees in Deutschland. Der Landwirtschaftsbereich wird biologisch-dynamisch geführt. Der Sozialbereich umfasst das Zusammenleben der am Freiheithof lebenden Menschen.

 

In Dornach (Schweiz), in den Häusern Zielweg und dem Haus an der Burgstr, wo es Wohnraum für ältere und kranke Menschen gibt, und wo Studienaufenthalte durchgeführt werden.

 

Freiburg, Wohngemeinschaft St. Georg

St. Georg ist eine Wohngemeinschaft am Stadtrand von Freiburg im Breisgau. Im Zusammenhang der anderen Orte der Lebensgemeinschaft, können hier Menschen in Kurzaufenthalten eine Orientierung bekommen zur Initiative „Lebensgestaltung in Selbstfindung und Gemeinschaftsbildung“. Auch junge Menschen, die eine Neuorientierung suchen auf der Grundlage der Anthroposophie, können hier lernen, ihren individuellen Entwicklungsweg zu finden.

 

Wann ist der Beginn?

Der Beginn ist jederzeit möglich, sobald sich der Orientierungssuchende und Gemeinschaftsmitglieder dazu verständigt haben. Einer Orientierungszeit voran geht ein wechselseitiges Kennenlernen von wenigstens ein paar Tagen.

Wie findet die Orientierungszeit ihren Abschluss?

  • Indem die vorgenommene, befristete Zeit abgelaufen ist und der Teilnehmer in seinen nächsten Lebens- und Tätigkeitsbereich eintritt.
  • Indem der Orientierungsuchende durch diese Erfahrung für sich erlebt, eine spezielle Berufs- oder Fachausbildung angehen zu wollen.
  • Indem er eine Ausbildung in der Lebensgemeinschaft als Schulungsstätte beginnt.

Studiengebühren werden keine erhoben. Miete, Nebenkosten, Lebensunterhalt werden gemeinsam angeschaut und über deren Aufbringung eine individuelle Vereinbarung getroffen.

 

Bewerbung und Anmeldung

Für die Bewerbung zur Orientierungszeit können sie sich >hier< bewerben. Bitte senden Sie auch Lebenslauf und Lichtbild per Email an “schulung at lebensgemeinschaft.org”, damit ein persönliches Kennenlernen vereinbart werden kann.

 

Weitere Auskünfte