
Der Orientierungsuchende gewinnt Klarheit bezüglich seines nächsten Lebensschrittes und Berufsweges: z.B. Beginn einer Ausbildung. Er lernt die sozialen Formen in der Lebensgemeinschaft kennen und hat Gelegenheit, sie mit zu praktizieren. Er hat Begegnung und Austausch mit Verantwortlichen der Lebensgemeinschaft. Er kann Erfahrungen machen im konkreten Zusammenleben mit Betreuten.
Es besteht das Angebot, das Anthroposophische Welt- und Menschenbild kennenzulernen und zu vertiefen, wie auch einzelne Fachbereiche wie Pflege, Therapie, Ernährung, Krankheitsbilder, Kunst, Hauswirtschaft, Handwerk, Garten, Landwirtschaft. Der Orientierungsuchende lernt einen gesunden Lebensrhythmus kennen und hat die Möglichkeit, einen bewussten Umgang mit Arbeit und Freizeit zu entwickeln.
Diese Orientierungszeit wird aus der Überzeugung angeboten, dass in einem Gemeinschaftszusammenhang, besonders wenn zu betreuende Menschen dazugehören, Fähigkeiten und Haltungen erworben werden können, die sowohl für eine berufliche Tätigkeit wie auch für die persönliche Lebensgestaltung förderlich sind.
Eine grundlegende Fähigkeit ist für uns Vertrauen, das es in verschiedener Hinsicht zu entwickeln gilt: als Vertrauen in Ideen, in die uns umgebende gegenständliche Welt und vor allem als Vertrauen in uns selbst und in die Menschen, die mit uns leben und arbeiten.
Weitere wesentliche Eigenschaften, die das Leben von uns Menschen fordert:
Verantwortungsbewusstsein, die Fähigkeit, sich selber zu motivieren, logisches Denken und planvolles Arbeiten, Konzentrationsfähigkeit. Die Begegnung mit Menschen, die darauf angewiesen sind, dass andere die Verantwortung für sie übernehmen, kann ein prägendes Erlebnis werden. Diese zu betreuenden Menschen helfen auf oft ungeahnte und gleichsam verborgene Weise, die obengenannten Fähigkeiten zu entwickeln. 
An den Orten der Lebensgemeinschaft:
Der Ort Konstanz bietet zwei Arten von Orientierungszeit: eine "Auszeit" oder "Ruhezeit" oder eine "Orientierung durch Mitarbeit" in einem Wirtschaftsunternehmen. Bei der Auszeit / Ruhezeit steht ein Zimmer mit Selbstverpflegung zur Verfügung, um sich neu zu orientieren. Durch den Zusammenhang mit der Lebensgemeinschaft besteht die Möglichkeit für Gespräche und gemeinsame Reflektion. Bei der "Orientierung durch Mitarbeit" können praktische Erfahrungen im Rahmen eines Praktikums in einer Firma erworben werden. Die Orientierungszeit in Konstanz kann auch im Zusammenhang mit dem Freiheithof stehen, ein landwirtschaftliches Anwesen 40 Autominuten von Konstanz entfernt.
Der Ort Basel bietet für Menschen, die in einer Krise Unterstützung benötigen, betreutes Wohnen mit psychiatrischer Begleitung an.
als "secteur thérapeutique spécialisé" ist ein Teilbereich des heilpädagogisch-sozialtherapeutischen Instituts "La Branche" in der Nähe von Lausanne in der Schweiz mit Seelenpflege-bedürftigen Menschen in zwei Wohngemeinschaften.
Der Freiheithof liegt in der Nähe des Bodensees in Deutschland. Der Landwirtschaftsbereich wird biologisch-dynamisch geführt. Der Sozialbereich umfasst das Zusammenleben der am Freiheithof lebenden Menschen.
Vaudésy ist ein Haus in Dornach (Schweiz), in dem es zur Zeit Wohnraum für ältere und kranke Menschen gibt und wo Studienaufenthalte durchgeführt werden.
St. Georg ist eine Wohngemeinschaft am Stadtrand von Freiburg im Breisgau. Im Zusammenhang der anderen Orte der Lebensgemeinschaft, insbesondere mit Basel und dem Freiheithof, können hier Menschen in Kurz-Aufenthalten eine Orientierung bekommen zur Initiative „Lebensgestaltung im Alter“. Auch junge Menschen, die eine Neuorientierung suchen auf der Grundlage der Anthroposophie, können hier lernen, ihren individuellen Entwicklungsweg zu finden.
Als Bewerbung wird eine schriftliche Anfrage mit Lichtbild erwartet. Einer Orientierungszeit voran geht ein wechselseitiges Kennenlernen von wenigstens ein paar Tagen. Der Beginn ist jederzeit möglich.
Die Teilnehmer einer Orientierungszeit werden von den Verantwortlichen des Ortes eingeführt. An den Aktivitäten des täglichen Lebens und praktischen Tuns können sie sich beteiligen. Es finden regelmässige Arbeitsbesprechungen statt.
Für jeden Orientierungsuchenden wird zudem eine Begleitgruppe gebildet, die zur Verfügung steht für Gespräche zu individuellen Fragen und für persönliche Beratung während der ganzen Zeit der Orientierung. Regelmässig und bei Bedarf werden mit dem Teilnehmer Vor- und Rückschauen gehalten.
Weiter werden angeboten: Studienarbeit zu geisteswissenschaftlichen, fachbezogenen oder künstlerischen Themen, individuell oder in Gruppen, phänomenologische Betrachtung, künstlerische Betätigung.
Die Orientierungszeit lebt stark von den eigenen Initiativen des einzelnen Teilnehmers: z.B. praktische Aufgaben, Arbeitsgruppen zu Wahlthemen.
Wie findet die Orientierungszeit ihren Abschluss? Studiengebühren werden keine erhoben. Für geleistete Mithilfe wird ein angemessenes Entgelt entrichtet (z.B. im Rahmen eines bezahlten Praktikums), von dem ggf. ein Beitrag für Essen und Wohnen einbehalten wird.
Für die Anmeldung zur Orientierungszeit ist eine schriftliche Anfrage notwendig mit Motivationsbeschreibung, Lebenslauf und Lichtbild an “schulung at lebensgemeinschaft.org” damit ein persönliches Kennenlernen vereinbart werden kann.
Weitere Auskünfte
Die Lebensgemeinschaft St.Luc*Freiheithof*Vaudésy wurde 1979 begonnen. In ihr haben sich Menschen die Aufgabe gestellt, aus dem Geist der Anthroposophie Rudolf Steiners Formen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens zu entwickeln und zu praktizieren. Dies soll so geschehen, dass auch schwächste Menschen, auch Seelenpflegebedürftige Erwachsene, innerhalb dieser Gemeinschaft leben und ihr Schicksal verwirklichen können. Wer mitmachen will, kann dies in folgenden Betätigungen tun: pflegerische, pädagogische, künstlerische Tätigkeit, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Kunst und Kunsthandwerk, administrative und gewerbliche Arbeit.



